Workshop “Alpine Land Snails extended”

Here we announce that the workshop “Alpine Land Snails extended” will take place on 1.-5. August 2016 in Johnsbach, Styria. Our traditional “Alpine Land Snails” Workshop has been held 19 times in total and 16 times in Johnsbach. This time we extended the scope and have invited profound speakers to talk about different aspects of biodiversity, not only in snails. At the evenings of Monday and Tuesday public presentations are given in Gasthaus Kölblwirt, on Wednesday and Thursday more specific topics on gastropod biology and systematics are offered.

Programme of the public presentations “Wissenschaft im Wirtshaus”

Have a look at the compelete programme of our workshop and of our Excursions

Wissenschaft im Wirtshaus

johnsbach-publicZwei spannende Vortragsabende finden am 1. und 2. August 2016 beim Kölblwirt im Bergsteigerdorf Johnsbach (Gesäuse, Steiermark) statt. Das Thema ist Biodiversität, deren Bedeutung und Gefährdung in anschaulichen Beispielen erläutert und diskutiert wird. Biodiversität ist ein Schlagwort, das wohl jeder kennt, aber kaum jemand hat einen genauen Begriff von dessen Inhalt und Bedeutung.

Biodiversität umfasst nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, der im evolutiven Erfolg eine besondere Bedeutung zukommt. Aus diesen Faktoren und den Bedingungen der Umwelt und des Klimas erwächst eine übergeordnete Diversität von Lebensräumen, die nicht nur für Stabilität in der Natur verantwortlich ist, sondern auch für uns Menschen einen bislang nicht hoch genug geschätzten Wert darstellt. Um Biodiversität benennen und beziffern und letztendlich schützen zu können, bedarf es der Biodiversitätsforschung. Die Basis dieser Forschung ist die Erhebung und Dokumentation der Vielfalt und der Zusammenhänge, die sie bestimmen.

In diesem Sinne wird der erste Abend mit einem Überblick über die Biodiversitätsforschung im Nationalpark Gesäuse eingeleitet und die Vielfalt österreichischer Lebensräume mit der Vorstellung eines österreichweiten Projektes zur Erfassung der geschätzt 70.000 Arten mittels DNA-Barcoding (Austrian Barcode of Life) veranschaulicht.  Ein weiterer Beitrag hinterfragt ganz allgemein den Wert der Biodiversität für die Gesellschaft und mögliche Konflikte und Interaktionen mit Wirtschaft und Tourismus.  Am Beispiel der Vielfalt der Fische der Steiermark wird demonstriert, dass selbst bei einer derartig bekannten Tiergruppe heute noch überraschende Entdeckungen – etwa die Entdeckung einer neuen Art – möglich sind. Dass sich die Lebensbedingungen über geologische Zeiträume in den Alpen in erheblichem Ausmaß änderten, erzählen uns die Fossilien – und der Vortragende – anschaulich. Wie Lebensraum und genetische Vielfalt vom Klimawandel auch in kürzeren Zeiträumen – nämlich der jüngsten Eiszeit – beeinflusst wurden, erfahren wir in einer Präsentation über die genetische Vielfalt des Steinadlers. Alpine Landschnecken sind ein weiteres spannendes Thema. Ähnlich wie bei alpinen Pflanzen kann man aus ihren heutigen Verbreitungsgebieten einiges über ihre Geschichte während der Eiszeiten ableiten, umso mehr, wenn man ihre Gene untersucht. Wie schon geringfügige Unterschiede in der Umwelt verschiedene Merkmale beeinflussen können, erforschen schließlich Schüler und Schülerinnen in einem Citizen Science-Projekt gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Wien.

All diese Betrachtungen der Gegenwart und der Vergangenheit sind eine Basis, die auch einen Blick in die Zukunft ermöglicht. Wir alle müssen uns vor Augen halten, dass diese und folgende Generationen mit dem Klimawandel und der Veränderung von Lebensräumen vor großen Herausforderungen stehen. Um diesen zu begegnen, zählen Forschung, Wissen und Bildung zu den wichtigsten Voraussetzungen.

Die Arbeitsgruppe „Alpine Landschnecken“ am Naturhistorischen Museum veranstaltet diese zwei Abende gemeinsam mit dem Nationalpark Gesäuse, weil beide Institutionen der öffentlichen Wissensvermittlung verpflichtet sind. Der Workshop „Alpine Land snails“ findet heuer zum 15. Mal im Gasthof Kölblwirt in Johnsbach statt. Außer der genannten breiteren Themenpalette werden hier an weiteren Abenden auch spezielle Aspekte aus der aktuellen Schneckenforschung vorgestellt und diskutiert. Auch diese sind natürlich nicht „hermetisch“, sondern stehen speziell Interessierten offen. Denn Forschung und Wissenschaft sollen transparent und offen sein, sollen sie von den Bürgern auch mitgetragen werden. Erfreulich ist dass sich in den letzten Jahren zunehmend eine fruchtbare Zusammenarbeit der „Schnecken“ mit dem Nationalpark und eine gute Beziehung mit den Johnsbachern und deren Gästen entwickelt haben. Damit einher ging auch eine verstärkte Zuwendung zu einer interessierten Öffentlichkeit, die im heurigen Workshop „Land snails extended“ mit den beiden öffentlichen Biodiversitätsabenden unter dem Motto „Wissenschaft im Wirtshaus“ einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

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